Geradezu verwunschen wirkt der idyllisch gelegene Brombachsee in der leicht gepuderten Winterlandschaft. Die Sonne zaubert ein Schattenspiel auf die zum Teil vereiste Wasserfläche. In leichten Kurven führt der Weg um den See. Es ist knackig kalt und endlich hat es wieder geschneit.

Ich will das traumhafte Wetter dazu nutzen, einen ausgedehnten Winterspaziergang zu machen. Eigentlich bin ich ein Sommermensch. Mir kann es nicht warm genug sein. Aber es gibt auch Momente, in denen ich der kalten Jahreszeit etwas abgewinnen kann, vor allem dann, wenn der Himmel strahlend blau ist und die Landschaft im klaren Winterlicht glitzert. Meinen Mann kann ich relativ schnell davon überzeugen, wie erfrischend doch eine gemütliche Winterwanderung am Brombachsee sein könnte. Starten wollen wir auf der Badehalbinsel Absberg. Dort eröffnet sich uns eine faszinierende Welt aus Licht, Schnee und Eis. Der See zeigt sich heute von einer besonders schönen Seite. Brrr, aber es ist ganz schön kalt. Zügig laufen wir die ersten Schritte vom Parkplatz in Richtung See und schon weht uns ein kühler Wind um die Nase. Warm eingepackt und mit dicken Winterstiefeln, Mütze, Schal und Handschuhen ausgestattet kann uns die eisige Kälte aber nichts anhaben. Ich spüre, wie sich meine Lunge mit der klaren Luft füllt und mein Kreislauf so richtig in Schwung kommt. Tut richtig gut. Viele Spaziergänger und auch einige Vierbeiner kommen uns entgegen. Das herrliche Wetter nutzen anscheinend nicht nur wir, um sich eine kleine Auszeit am See zu gönnen. Manche Stellen des Weges – gerade dort, wo keine Sonne hinkommt – sind extrem eisig. Ich laufe sehr vorsichtig – Schritt für Schritt –, damit ich nicht ausrutsche. Ich will ja nicht unbedingt hinfallen und mir am Ende noch etwas brechen. Bei jedem Tritt knistert es unter meinen dicken Schuhsohlen, ein Stück weiter ist der Weg wieder eisfrei. Hätte ich nicht meine warmen Stiefel an, wären meine Füße inzwischen Eisklumpen. Nach rund zwei Stunden sind wir wieder am Parkplatz direkt neben dem SAN-shine-CAMP angekommen. Das Tor steht offen. In der Hütte ist es angenehm warm und der Ofen knistert. Wir bestellen uns einen leckeren Kirschglühwein. Meine Hände umschließen die heiße Tasse und nach kurzer Zeit bin ich wieder aufgewärmt.

WochenZeitung Weißenburg