Während mir ein wohliger Schauer über den Rücken läuft und ich mich im 35 Grad warmen Wasser treiben lasse, blicke ich durch die riesigen Panoramafenster und stelle mir dabei vor, wie schön es doch wäre, wenn draußen dicke Schneeflocken vorbeitreiben würden. Doch mein Besuch in der Altmühltherme Treuchtlingen lässt mich das regnerische und triste Winterwetter wenigstens für eine kurze Zeit vergessen.

Schon als ich von draußen rein komme, macht sich die wohlig warme Luft bemerkbar. Keine Unruhe oder laute Geräusche. Die Umgebung wirkt auf mich sehr entspannend und sauber. Ich atme tief durch und freue mich mit meiner Mama, die gerne mitgekommen ist, auf die willkommene Abwechslung. Der Zeitpunkt am Mittag scheint ideal. Viele Liegen sind noch frei. Auch die Köpfe, die aus dem tiefblauen Therapiebecken ragen, sind überschaubar. Kaum haben wir uns ein Plätzchen im schönen Atrium der Therme gesucht, schweben wir schon nahezu schwerelos im Wasser, das in 800 Metern Tiefe des fränkischen Juras entspringt. Im Rhythmus bewege ich Arme und Beine und lasse mich durch das Wasser treiben. Schon nach kurzer Zeit fühle ich mich völlig entspannt. Doch auf einmal fängt es unter mir zu Brodeln und zu Kitzeln an. Dann schießen kleine Fontänen in die Höhe. Die ersten Spritzer landen im Gesicht. Immer wieder versuche ich, eine ideale Position für meinen Schulterbereich zu finden, ist aber nicht ganz so einfach. Denn die Kraft des Wasser zieht mir ab und zu den Boden unter den Füßen weg. Gerade eben waren die Sprudelbänke noch alle belegt, jetzt sind ein paar frei geworden. Schnell ergattern wir uns ein Plätzchen und legen uns bequem in Position. Schon fangen die Düsen zu sprudeln an. Ein herrliches Gefühl, wie die wohlige Wärme durch meinen Körper dringt, die Millionen von Luftblasen auf meiner Haut prickeln und die Wasserstrahlen mit festem Druck mich dort massieren, wo es richtig guttut. Jetzt sind wir schon über eine Stunde im Wasser. Die Zeit vergeht wie im Fluge. Etwas müde und geschlaucht legen wir uns auf eine der Liegen für Farblichttherapie. Ich schließe die Augen und genieße den Moment. Gottseidank habe ich mich aufgerafft, die Badesachen eingepackt und mir diese kleine Pause vom Alltag gegönnt. Doch langsam wird es mir etwas kalt und mein Badeanzug klebt am Körper. Schade, dass ich meinen flauschigen Bademantel nicht mitgenommen habe. Der wäre jetzt sicher angenehm. Etwas Zeit haben wir noch. Diese nutzen wir, uns einige Minuten in das Soledampfbad zu setzen. Die angenehme Temperatur sorgt zwar dafür, dass sich unsere Körper wieder aufheizen. Doch die sehr hohe Luftfeuchtigkeit macht das Atmen anfangs schwer. Erst durch bewusstes Ein- und Ausatmen kann ich die dort in regelmäßigen Intervallen feinst gelöste Berchtesgadener Alpensole und die versprühten ätherischen Öle so richtig genießen. Von meiner Stirn tropfen Schweißperlen und meine Haut fühlt sich ganz weich an. Wäre schön, wenn jetzt noch leise Musik erklingen würde. Etwas müde, aber völlig entspannt und zufrieden fahren wir mit dem Vorsatz nach Hause, diesen Besuch in der Altmühltherme baldmöglichst zu wiederholen.

WochenZeitung Weißenburg