Bendix im Hotel

Schon im Frühjahr des letzten Jahres hatten wir für das Jahresende zusammen mit Freunden einen Kurzurlaub am Brombachsee gebucht. Die Idee, nach dem Trubel der Feiertage ein paar geruhsame und erholsame Tage in einem schönen Hotel zu verbringen, hatten wir als sehr vielversprechend empfunden. Sich ein wenig verwöhnen lassen, nicht selber kochen, Sauna und Schwimmbad genießen – das war unser Hauptziel.

Bendix darf mit

Damals hatten wir Bendix, unseren mittlerweile zehn Monate alten Hovawart, nicht in unsere Planung eingeschlossen, schließlich wurde er erst im Mai ein Mitglied unserer Familie. Wir fragten uns, ob wir einen derart jungen und zum Teil ungestümen Hund mit in ein Hotel nehmen könnten? Ein Telefonat in dem ausgewählten Hotel lieferte uns einen positiven Bescheid, Bendix durfte mit. Dennoch plagten mich Zweifel; würde er sich „zu benehmen wissen“, sodass andere Gäste sich durch seine Anwesenheit nicht gestört fühlten?

Erste Tage

Schon beim Betreten unseres Hotelzimmers wurde offensichtlich, Bendix war hier willkommen. Für ihn lagen eine Hundedecke und ein Leckerli bereit. Nachdem wir seinen Hundekorb, den wir von zuhause mitgebracht hatten, platziert hatten, rollte Bendix sich erst einmal darin zufrieden zusammen.

Wir hatten erfahren, dass er angeleint sogar mit in den Speisebereich mitgenommen werden durfte. Dort legte er sich unter unseren Tisch und blieb dort, bis wir mit dem Essen fertig waren. Das hatten wir freilich daheim schon bei dem einen oder anderen Restaurantbesuch im Vorfeld geübt. Nach zwei Tagen versuchten wir, ihn zu den Mahlzeiten im Zimmer zu lassen, auch mit Rücksicht auf die Gäste, die vielleicht die Nachbarschaft eines Hundes nicht unbedingt begrüßten. Offensichtlich hatte er das Zimmer als vorübergehendes Heim akzeptiert, denn er machte keinerlei Schwierigkeiten, freute sich natürlich riesig, wenn wir wieder zurückkamen.

Ein amüsantes Erlebnis

An einem Morgen, wir saßen gemütlich beim Frühstück, ging eine der Damen von der Rezeption suchenden Blickes zwischen den Tischen umher und mich beschlich ein ungutes Gefühl. Richtig, wir waren das Ziel ihrer Suche. Sie bat darum, dass einer von uns beiden sie bitte begleiten möge. Mein Mann machte sich auf den Weg, ich blieb mit leichtem Magengrummeln am Tisch sitzen.

Mit einem Lächeln kam mein Mann schon nach recht kurzer Zeit zurück, es war nichts Schlimmes passiert. Bendix hatte weder laut gebellt noch gejault und damit Gäste verärgert. Wie auch immer war es ihm offensichtlich gelungen, die Zimmertür zu öffnen und sich Richtung Rezeption zu bewegen. Dort hatte er sich niedergesetzt, fast nach dem Motto: „Wo bitte geht es zu Herrchen und Frauchen?“ Eine der Rezeptionistinnen konnte ihn ohne Probleme zum Zimmer zurückführen, nur dort setzte er sich in die Tür und ließ sich nicht bis in den Raum bringen. Somit konnte natürlich auch die Tür nicht geschlossen werden. Dazu war also unsere Hilfe notwendig.

Wir wissen nun, dass wir Bendix getrost in ein Hotel mitnehmen können, obwohl wir grundsätzlich eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus bevorzugen. Es gibt in der Zwischenzeit sehr viele Hotels, auch gehobene, die gegen eine tägliche Gebühr Hunde aufnehmen.

Vielen Dank für die Einsendung!